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Diebstahl

Die Idee ist frech von Max geklaut: Ab sofort ist oben die Kategorie „Zitate“ zu finden. Dort gibt es…Zitate. Da ich natürlich absolut keine sozialen Kontakte pflege und ausschließlich über Kabel kommuniziere, werden dort größtenteils Chatbruchstücke aufgelistet. Den Anfang macht Chris, das hat er sich verdient. Eine große Karriere steht ihm bevor.

Merke: Ich kann Bier nicht mit einem Wassereis öffnen.

2010. Jesus läuft mit Flipflops durch sein Zwei-Zimmer-Apartment. Neben den durchgelaufenen Gummilatschen trägt er nur einen grauen Bademantel, der von der verkalkten Waschmaschine hart und kratzig ist. Darüber fallen seine langen Haare, die schon jahrelang mit keiner Schere in Berührung kamen.

Noch müde reibt er sich den Schlaf aus den Augen. Es ist 19:34 Uhr. Sein blick fällt auf den Anrufbeantworter – er blinkt natürlich nicht, Jesus hatte niemandem seine Nummer gegeben. Wozu hatte er überhaupt ein Telefon? Der Kontakt zur Mutter ist schon vor Jahren abgebrochen. Der Kühlschrank ist ähnlich gefüllt, wie Jesus’ Telefonbuch. Wenn er noch in den Supermarkt wollte, müsste er sich beeilen. Fast schon mit Elan streift er sich Boxershorts, Jeans und ein schlichtes schwarzes Hemd über. Damit würde er zwar keine Modenschau gewinnen, aber man würde meinen, er ginge mit der Zeit. Jesus muss an einen Freund seines Vaters denken: Der Mann trug tagtäglich nichts anderes als Ahornblätter als Bekleidung…der elende Hippie. Anstatt sich die Zähne zu putzen, schiebt sich Jesus ein Mentos in den Mund.

Die Straße hat durch die Abenddämmerung und die Neonreklamen der Geschäfte einen bläulich-lilanen Schein angenommen. Um diese Uhrzeit tauchen auf den Straßen Gestalten auf, die einer Stadt erst ihren Charme geben und ihr nahezu gezwungen die Überschrift „verrückte Großstadt“ anheften. Oftmals sind es körperlich oder geistig benachteiligte Einzelgänger. Kinder machen sich über sie lustig, gruseln sich aber vor ihnen, wenn sie ihnen allein begegnen. Jesus mag solche Gestalten, möchte aber ungern als einer von ihnen gelten. Zielgerichtet steuert er auf den Supermarkt zu und lehnt auf dem Weg drei Partyflyer ab. Trotzdem freut er sich, dass er nicht für so alt eingeschätzt wird, als dass er nicht hingehen könnte.

Als erstes klemmt er sich ein Sixpack Bier unter den Arm und versteckt gleich danach das einzige alkoholfreien Bier ganz hinten im Regal. Er will nicht, dass die Leute so etwas kaufen. Die ewige Weintrinkerei hat er vor geraumer Zeit beerdigt. An der Fischtheke flüchtet eine ältere Frau naserümpfend in den nächsten Gang, als Jesus in Riechweite kommt. Es scheint, als wolle sie den eingeatmeten Geruch wieder vollständig herauspusten. Die Frau trägt einen Pelz, der mindestens so teuer war, wie ihr aufgespritztes Gesicht und der, um dieses Gesicht herum platzierte, Schmuck. Seine ersten 34 Lebensjahre lernte er nie aufrichtigen Hass kennen, doch manchmal hat er eine Leise Ahnung davon. Er bestellt einen frischen Seelachs, den er aber wohl vorerst einfrieren wird.

Vor der Kasse hat sich eine lange Schlange gebildet, weswegen Jesus einen Blick in die ausgelegte Tageszeitung wirft. „Neue Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen Bischöfe“, „Wetterfrosch beteuert seine Unschuldigkeit“, „Twitter-Community wächst weiter an“, heißt es. Es interessiert ihn nicht. Mit dem Internet hat er nichts mehr am Hut, seit Fotos von ihm auf Facebook veröffentlicht wurden, auf denen er sturzbesoffen Wasserski fuhr und so tat, als könne er auch ohne die Skier auf dem Wasser laufen. Die Kirche bedeutet ihm ebenso wenig. Nur ein weiterer ehemaliger Arbeitgeber. Allein zum Chef hat er noch Kontakt.

In Jesus’ Wohnung wartet Mohammed auf ihn. Jesus öffnet zwei der neuen Biere.
„Auf wen?“, fragt Mohammed vor dem Anstoßen.
„Auf Gott“, antwortet Jesus.
„Deinen oder meinen?“
„Egal wer: Er macht seine Sache beschissen.“

…und ich schleime mich durch diesen Beitrag bei ihm ein.

Max wohnt im unserem schönen Nachbarland Österreich, in dem ich mich nie länger als eine Autobahndurchfahrt aufgehalten habe. Max schwört auf deutschsprachigen Rap, verehrt dabei besonders Prinz Pi (den ich auch schon live gesehen habe, aber das Weichei war erkältet und hat früher Schluss gemacht) und hat durchaus seinen eigenen Kopf. Das mag einerseits hinderlich sein, wenn man ihn für etwas zu begeistern versucht, ist noch hinderlicher, wenn er selbst zu überzeugen versucht, führt aber gleichauf zu wunderbarem Gedankenschichtsalat, wie man ihn auf www.auktorial.net zu bestaunen vermag. Das „.net“ ist dabei nicht als umgangssprachliches „nicht“ zu verstehen. Eine unumstrittene Empfehlung meinerseits also. Alles Gute, compañero!

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Wurstfach

Endlich wieder Photoshop. Das DVD-Laufwerk meines Laptops ist also doch funktionsfähig. Dabei wollte ich schon einer vor Jahren gesendeten (Ikea?-)Werbung nachkommen und Salamischeiben darin lagern. Bisher war meine Vermutung, das Laufwerk sei ein Scherz von HP gewesen. Es macht Krach wie ein Staubsauger, zieht wahrscheinlich ebenso viel Staub an, und kann im Grunde genommen gar nichts, außer seine Aufgabe anzufangen, um dann doch keine Lust mehr zu haben und genervt aufzugeben. Da ich Parallelen zu mir sehe, kann ich ihm nicht lange böse sein. Und nun hat es ja doch noch seine Arbeit erledigt. Direkt mal ein neuer Banner. Kritik ist erwünscht, wird aber entsprechend sanktioniert.

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